Längst etabliert in Deutschland

Unternehmerstammtisch des GHV besucht die MailShop Augenoptik GmbH

MÜHLACKER. Das stilisierte und eingekreiste „m“, das so sehr an den sogenannten „Klammeraffen“ in E-Mail-Adressen erinnert, machte schon immer neugierig, seit es an der Fassade des ehemaligen Optik-Metzler-Gebäudes gegenüber vom Bahnhof prangt. Der Unternehmerstammtisch des Gewerbe-, Handels- und Verkehrsvereins (GHV) Mühlacker erhielt nun Einblick hinter die Kulissen der dort ansässigen MailShop Augenoptik GmbH.

Mit Augenoptik war das Firmengebäude an der Ziegeleistraße schon immer verbunden, nachdem es vor knapp 40 Jahren vom Traditionsunternehmen Filitz/Metzler als neuer Produktionsstandort für Brillenfassungen errichtet worden war.

Ursprünglich hatte der aus Rathenow, der einstigen „Hauptstadt“ der deutschen Brillenproduktion, stammende Otto Filitz im Jahr 1946 (damals im alten Mühlehofareal) die gleichnamige „Fabrik optischer Waren“ aufgebaut, dann 1954 den ersten Neubau an der Friedrichstraße errichtet und bis in die 1980er Jahre hinein in Mühlacker bis zu 1000 Menschen beschäftigt und weitere 600 im Zweigwerk Ruhpolding.

Bis zu 16 000 Brillenfassungen wurden täglich in dem Unternehmen hergestellt, was einer Jahresproduktion von dreieinhalb Millionen Einheiten entsprach – und etwa ein Drittel des Bedarfs in Deutschland befriedigte. An diese „goldenen Zeiten“ Mühlacker Brillenindustrie erinnerte der Geschäftsführer des MailShop, Klaus Wehmeyer, um die Vorgeschichte seines Unternehmens aufzuzeigen. Noch zu Zeiten von Metzler Optik-Partner – das einstige Brillengestell-Vertriebsunternehmen hatte sich seinen Hersteller Filitz „einverleibt“ – wurde der Metzler-MailShop aufgebaut, der sich auf den Vertrieb von Brillengläsern sowie Gerätschaften und Werkzeuge für optische Betriebe spezialisierte.

Während die Metzler-Marken-Produktion um die Jahrtausendwende vorübergehend an chinesische Investoren ging, dann aber 2005 wieder nach Deutschland unter das Dach der Nigura Optik (Nitsche & Günther, Rathenow) kam und seitdem als Nigura Metzler (Düsseldorf) firmiert, hatte sich zuvor noch 1998 der MailShop als eigenständiges Vertriebsunternehmen in Mühlacker verselbstständigen können. Unter der Führung von Klaus Wehmeyer entwickelte sich das Unternehmen zu einem der in Deutschland längst etablierten Großhändler für Brillengläser und Optiker-Equipment „mit dem Fokus auf Qualität, Service und Preis“, wie der Geschäftsführer betonte. Wobei man sich erfolgreich „im Wettbewerb mit viel größeren Anbietern“ behaupte. Der MailShop beliefere heute rund die Hälfte der deutschen Augenoptiker.

Herzstück sei das robotergesteuerte Lager für Brillengläser, das mit rund 600 000 verschiedenen Einheiten bestückt sei. Eine wesentliche Stärke des Unternehmens mit seinen rund 100 Mitarbeitern und 8000 Quadratmeter Betriebsfläche sei die Lagerlogistik, die gewährleiste, dass bis zum Spätnachmittag eingegangene Bestellungen am nächsten Vormittag beim Optiker ausgeliefert seien.

Geschäftsführer Klaus Wehmeyer zeigt den Gästen das robotergesteuerte Zentrallager. Foto: Kollros

(Mühlacker Tagblatt vom 26.10.2012, Text u. Foto: Norbert Kollros)

26.10.2012

zurück